LAG Arbeit & Soziales in Bayern

Protest gegen die Verelendung

Am 25.07.09, einem Samstag, fand in der Nürnberger Altstadt eine vom „Nordbayerischen Vernetzungstreffen der Erwerbslosen“ organisierte Demonstration gegen Hartz IV statt.
Bis auf die unzureichende Beschallung gäbe es an den Organisatoren nichts zu kritisieren. Die Tatsache, dass nur ca. 200 Menschen zur Veranstaltung erschienen, zeigt nicht das Versagen der Veranstalter sondern der Hartz-IV-Betroffenen. Die Mühen und der Kampf der wenigen Aktiven wurden auch hier wieder von der Passivität der Opfer dieses kapitalistischen Unrechtswirtschaftssystem untergraben.
Ihnen ist oft nicht klar, dass ihr Fernbleiben, gleich aus welchen verständlichen Gründen auch immer, den Weg in die soziale Isolation und in die finale Armut verstärkt.
Das geringe sichtbare Interesse an diesem Samstag muss nicht das tatsächliche Interesse der Menschen widerspiegeln, aber es zeigt den neoliberalen Staatsfeinden dennoch, wie erfolgreich ihr Weg in die neofeudale privatisierte Zukunft der Deutschland AG bereits ist.
Es ist allerdings unverständlich, warum der örtliche Kreisvorsitzende der Partei DIE LINKE und die ebenfalls anwesende Sprecherin der BAG „Hartz IV muss weg“ nicht zu den wenigen Menschen sprechen konnten.
Während des gesamten Umzugs sorgte eine Sambaband für Stimmung. Ihren mitreißenden Trommeln konnten sich auch die berufsmäßigen Begleiter kaum widersetzen.
Aufschlussreich war auch die Präsenz der Polizei. Zahlreich - und für viele Bürger verschreckend - waren viele junge und teilweise naive Beamte zum „Schutz“ der Demonstration anwesend. Die geringe Teilnehmerzahl lässt vermuten, dass sie mit ihrer inoffiziellen Aufgabe genau so erfolgreich waren wie die vereinzelten heftigen Regenschauer.
Diskussionen mit Passanten am Rande der Veranstaltung brachten erschreckende Einsichten hervor. Umso wichtiger war das Verteilen des von den Erwerbslosen inhaltlich guten Infoflyers sowie die Aufforderung an die Passanten zum Nachdenken und zur kritische politischen Teilnahme an den gemeinsamen Problemen.
Zum Schluss kann noch vermerkt werden, dass die Quelle-Eigentümerin, Frau Madeleine Schickedanz, der freundlichen Einladung zur Teilnahme an der Demonstration durch Eva Bernardi, Sprecherin von „BAG Hartz IV muss weg“, nicht nach kam und sie so auch nicht ihre Solidarität mit ihren ehemaligen Kunden zeigen konnte. Axel Mende
weiter Bilder aus Nürnberg Samba  - Demo